‚iFixit‘ zerlegt MacBook Pro Retina und veröffentlicht Anleitung

Apple stellt seinen Kunden traditionell weder Reparaturanleitungen noch Ersatzteile zur Verfügung. Diese Lücke versucht seit 2003 das kalifornische Privatunternehmen iFixit zu füllen. Es veröffentlichte soeben eine detaillierte, hervorragend illustrierte und mit einer Prise Humor gewürzte Anleitung zum Öffnen des MBPR und Austausch diverser interner Komponenten:

Repairing the Unrepairable:
MacBook Pro with Retina Display Repair Guides

Kapitelübersicht (15 Repair Guides)

Besonders das neue MacBook Pro mit Retina Display (zur Hochglanzbroschüre von Apple) ist vom technischen Design her zweifellos nicht darauf auslegt, vom Kunden selbst repariert oder erweitert zu werden. Die meisten Ersatzteile sind (noch) nicht erhältlich, aber iFixit bemüht sich, die Quellen zu ergründen.

Von einem Austausch der mit Klebstoff befestigten Akkus wird selbst kommerziellen Schraubern (third-party battery replacement companies) abgeraten (es können bei Beschädigung giftige Dämpfe austreten, Feuergefahr), da die Kosten jene des offiziellen Service der Firma Apple (kostet dort – wie ich meine, faire – 199 US$) um mehr als das Doppelte übersteigen würden. Das Trackpad ist ohne Entfernung der Akkus nicht zugänglich.

Die einzelnen Kapitel auf der iFixit-Website

Die einzelnen Kapitel auf der iFixit-Website

Sollte dem Display-Panel oder einem seiner Komponenten (FaceTime-Kamera, LCD, LEDs, Alu-Schale…) etwas passieren, ist ebenfalls ein kompletter Austausch des ganzen Deckels vonnöten. Die RAM-Speicherchips sind fix am Logic Board verlötet.

Lediglich der SSD-Festspeicher (Flash) ist für geschickte Bastler einigermaßen zugänglich (auch andere Teile wie Logic Board, Lüfter, Kanäle, Kabel, Lautsprecher, Anschlussbuchsen), verfügt jedoch über einen proprietären Anschluss; nur bei dieser Komponente könnten in den nächsten Monaten Ersatzteile von Drittanbietern auf den Markt kommen, wird vage vermutet.

Sämtliche Abbildungen in diesem Retina Mac Posting stammen von iFixit. Hier wird gerade das SSD-Modul entnommen, unten sind die großen Energiespeicher zu erkennen und oben zentral in der Mitte zwischen den Ventilatoren das Logic Board mit zwei Reihen von insgesamt sechzehn RAM-Chips (Hynix H5TC2G83CFR DDR3L SDRAM):

Die umfassende Dokumentation richtet sich daher eher an – am technischen Innenleben der Wunderflunder – Interessierte, ein Reparieren ist sogar für Spezialisten sehr schwer. Sofern die einzelnen Chips identifiziert werden konnten, sind sie bei iFixit auf den Fotos markiert und im Text mit WWW-Hyperlinks zu Werksangaben versehen. Außerdem wird das nötige Spezialwerkzeug (das beginnt schon bei den Pentalobe-Schraubendrehern) zum Kauf angeboten.

Hier der Deckel mit dem faszinierenden Retina-Display in seinen Einzelteilen, dafür gibt es einen separaten Teardown bei iFixit:

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